Aktionstag bringt Menschen miteinander ins Gespräch

Hunderte Gäste erleben „Wahltour“ in Westerburg

 

Aktionstag bringt Menschen miteinander ins Gespräch

Westerwaldkreis. Am 22. März wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt. Die „Wahltour“, eine Aktion der Landeszentrale für politische Bildung und des Landtags, möchte Lust aufs Wählen machen. Auf dem Westerburger Marktplatz erlebten mehrere Hundert BesucherInnen, wie wichtig und vielfältig Demokratie ist – und wie viel Spaß sie machen kann.

Die Regionale Diakonie Westerwald Rhein-Lahn hat die Aktion in Westerburg koordiniert. Die organisatorischen Fäden liefen zusammen bei deren MitarbeiterInnen Karin Klein und Kai Zander. „Der Tag soll Menschen miteinander ins Gespräch bringen – auch wenn sie unterschiedliche Ansichten haben“, sagt Karin Klein. Kai Zander freut sich zudem, dass viele Jugendliche vor Ort waren. „Die ,Wahltour‘ soll gerade ihnen zeigen, dass ihre Belange gehört werden – und dass Demokratie von Beteiligung lebt. Und auch von kontroversen, aber wertschätzenden Diskussionen.“

Möglichkeiten zu anregenden Gesprächen gab es auf dem Westerburger Marktplatz an diesem Tag viele. Ein knappes Dutzend Stände luden die Gäste zum Mitdiskutieren, Mitdenken und Mitmachen ein. Den klanglichen Rahmen gestalteten die Musiker Anatoll sowie Dieter Meurer.

Die Herzstücke des Aktionstags waren unterdessen der Demokratiestand des rheinland-pfälzischen Landtags und der ,Wahl-O-Mat‘ zum Aufkleben‘ zur Landtagswahl 2026. An ihm konnten die BesucherInnen mit Klebestickern zeigen, wie sie zu Fragen wie dem Handyverbot an Schulen, dem Erhalt von Dorfkneipen, der Förderung der freien Kulturszene, dem Wahlrecht ab 16 oder der militärischen Forschung stehen. Am Ende hatten sie die Möglichkeit, die eigenen Positionen mit denjenigen der Parteien vergleichen. „Ich kannte den Wahl-O-Maten bisher nur in seiner Online-Version“, sagt die Schülerin Mariella. „Manche Fragen sind aus unserer Perspektive zwar schwer zu verstehen, aber er bietet trotzdem eine gute Orientierung.“ Nina Dürr von der Landeszentrale für politische Bildung beobachtet, dass der Wahl-O-Mat zum Aufkleben gerade bei jungen Menschen beliebt ist. „Er wird sehr gut angenommen und sorgt für lebhafte Diskussionen. Die Jugendlichen fragen sich untereinander, wie sie zu bestimmten Themen stehen – und natürlich auch, was der oder die andere wählen würde.“

Ralph Schrader ist Mitarbeiter des Landtags und freut sich an dessen Stand ebenfalls über die große Resonanz der „Wahltour“ – auch und besonders in einer kleineren Stadt wie Westerburg. „Rheinland-Pfalz ist zum Großteil vom ländlichen Raum geprägt. Deshalb ist uns die Kooperation mit Schulen, Einrichtungen und bürgerschaftlichen Initiativen gerade in solchen Regionen wichtig. Wir wollen zeigen, dass wir ansprechbar sind. Ob in der Stadt oder auf dem Land.“

Eine Offenheit, die an allen Ständen zu spüren ist – auch an dem der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde: „Uns sind Integration, Transparenz und das friedliche Miteinander wichtig“, sagt deren Sprecher Rashid Mahmood und glaubt, dass Demokratie auch dafür steht. „Integration kann nur funktionieren, wenn Menschen mehr voneinander wissen und Verständnis füreinander haben.“

Die kirchlichen Einrichtungen sind an diesem Tag ebenfalls in Westerburg vertreten. „Der Mensch ist würdevoll von Gott geschaffen“, sagt Pastoralreferentin Dorothee Bausch von der Katholischen Pfarrei Liebfrauen Westerburg. „Das ist ein Wesen der Demokratie: die Menschenwürde anzuerkennen.“ Der evangelische Pfarrer Maic Zimmermann stimmt ihr zu: „Die Demokratie ist das beste politische System, das wir haben. Sie ermöglicht es uns, dass Menschen in aller Freiheit ihre Religion ausüben können.“

Dass demokratische Entscheidungen auch Spaß machen können, zeigt das Wahl-Gym mitten auf dem Marktplatz: An ihm treffen die Gäste blitzschnelle Entscheidungen, während sie Gewichte stemmen. Menschen treffen tagtäglich Hunderte Entscheidungen, sagt Ellie Rohleder, die den Stand betreut. „Wir wollen den Leuten zeigen, dass sie am 22. März tatsächlich die Wahl haben; dass sie mit ihrer Stimme etwas verändern können. Und dass es sich lohnt, diese Möglichkeit zu nutzen.“

In aller Freiheit miteinander ins Gespräch kommen: Die „Wahltour“ hat das in Westerburg möglich gemacht: Noch bis zum 21. März ist der Aktionstag unterwegs in Rheinland-Pfalz. Die weiteren Termine finden sich im Internet unter https://landtag-rlp.de/Wahltour-RLP-2026 (bon)

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